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Podcasts – Neues Geheimrezept im Bereich Marketing?

März 22nd, 2006 | by Felix |

Podcasts in DeutschlandDer Begriff „Podcast“ setzt sich aus dem englischen „broadcast“ für Rundfunk und dem bekanntesten MP3-Player, dem Apple iPod, zusammen. Dabei handelt es sich um eine Audio- bzw. Videodatei im MP3-Format. Diese kann aus dem Internet geladen werden und dann über denn PC angehört oder auf einen MP3-Player übertragen werden. Durch die Einbindung in ein RSS Feed besteht die Möglichkeit Podcasts zu bestimmten Themen oder von ausgewählten Portalen zu abonnieren, die dann automatisch herunter geladen werden.

Das Wort Podcast wurde vom New Oxford American Dictionary gar zum Wort des Jahres 2005 gewählt. Der Entscheidung für “Podcast” basierte laut der Jury in erster Linie auf der “phänomenalen Ausbreitung” des Wortes, welches es “von relativer Unbekanntheit zu einem der heißesten Medientrends schaffte”.

In Amerika ist die Zahl der Podcast-Hörer von 820.000 im Jahr 2004 auf knapp 5 Millionen im Jahr 2005 angestiegen. Eine Studie aus den USA (http://www.bridgeratings.com/press_11.12.05.PodProj.htm) geht bis zum Jahr 2010 von 44 bis 76 Millionen Hörern aus. Der durchschnittliche Hörer in den USA lädt sich wöchentlich 6 Podcasts herunter, die er sich vier Stunden im Monat zu 80% am PC und zu 20% über einen MP3-Player anhört.

Auch in Deutschland wächst die Zahl der Podcast-Hörer, auch Podder genannt, stetig. Über 1.400 Podcasts sind zurzeit bei podcast.de, einem deutschsprachige Podcast-Portal, gemeldet. Im Dezember 2005 waren es nur 800.

In einer Podcast Umfrage (http://www.podcastumfrage.de/) wurde im November 2005 der typisch deutsche Podcast-Hörer ermittelt. Dieser ist zu 88,6% männlich und im Schnitt 29,5 Jahre alt. Der männliche Podcast-Hörer ist zu 50% Single. Der weibliche nur zu 38,8%. Einen Hochschulabschluss haben insgesamt 56%, berufstätig sind 64% und in einer Ausbildung befinden sich 33%.

Im Durchschnitt hat er 8 Podcasts abonniert und hört diese 3,61 Stunden die Woche. Überwiegend auf dem Weg zur Arbeit (50%) und im Auto (25%). Sie dienen zur Unterhaltung (93%), Information (75%) und Weiterbildung (26%). Für einen „Lieblings“-Podcast würde eventuell die Hälfte der Hörer auch bezahlen, aber maximal vier Euro pro Monat. 

55% der Podcasthörer akzeptieren Werbung, wenn es zum Thema passt. Nur 30% sagen “Nein” zu werbefinanzierten Podcasts.

Podcasts werden hierzulande auf dem MP3-Player (78%) und/oder Rechner (70%) gehört. Der ideale Podcast dauert 19,1 Minuten und kommt mindestens wöchentlich (50%).

Die neuesten Informationen zum Thema Podcast kann man zum Beispiel bei blog.podcast.de sowie bei podster.de finden. Letzter verfügt unter anderem auch über ein Forum und eine nach Kategorien sortierte Podcast-Liste.

Im April wird in München der erste Deutsche Podcast Kongress veranstaltet. Initiator ist der eco Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V. Es sollen die Themenbereiche „Corporate Podcasting“, „Technologiegestützte Wissensvermittlung, informelles Lernen und Podcasting“ sowie „Private Podcasting“ behandelt werden.

Im Rahmen des im Mai stattfindenden 18. medienforum.nrw wird es erstmals auch einen Kongresstag rund um das Thema „Podcasting“ geben. Zu diesem Podcastday 2006 werden auf 12 Diskussionspanels über 40 Referenten aus dem In- und Ausland auftreten und folgende Themenschwerpunkte diskutieren:

  • Klassische Medien und neue Herausforderungen für Radio,
    Fernsehen, Print und Bürgermedien
  • Podcast-Business: Modelle und Visionen für neue Geschäftsmodelle, Unternehmenskommunikation, Hörbuch und Werbung & PR
  • User Generated Content / Digital Lifestyle: Alltag der Generation iPOD mit den Schwerpunkten Web 2.0, digitales Leben als Konsument und Produzent, Podsafe Music, Schule / Hochschule

Es scheint also, dass sich Podcasts nun auch in Deutschland von einer globalen Modeerscheinung hin zu einem regionalen Trendthema entwickeln. Weblogs haben eine ähnliche Entwicklung vollzogen und stehen bereits kurz davor sich als Massenmedium zu etablieren. Dies haben viele Unternehmen verschlafen bzw. verschließen sich auch heute noch dem Thema Weblog. Bleibt abzuwarten, ob sie ihre Lehren daraus gezogen haben. Denn eines ist klar: Podcasts ermöglichen extrem interessante Zielgruppen zu erreichen. Und auch hier gilt: „Wer zuerst kommt malt zuerst…“

Erste Unternehmen haben dies erkannt. Beispielsweise bietet BMW bereits seit September 2005 ein erstes Podcast Angebot. Dies informiert nicht nur über Produkte des Unternehmens, sondern auch über Trends im Bereich digitales Radio und wie diese zukünftig rund um das Auto eingesetzt werden könnten. Neuerdings wartet Audi mit einem ähnlichen Angebot auf. Der „1. Audi Podcast März 2006“ beschäftigt sich mit dem legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans und dem neuen Sportprototypen Audi R10 TDI.

Aber nicht nur Automobilhersteller, sondern auch andere Branchen beginnen die Möglichkeiten der Podcasts für sich zu entdecken. So hat beispielsweise Coke Light seinen ersten eigenen Podcast im deutschsprachigen Raum angekündigt. Die Beiträge dauern ca. 15 Minuten und werden mit Musik untermalt. Ab dem 3. April werden zwölf Wochen lang alle 14 Tage sechs neue Episoden auf der Website coke-light.de bereitgestellt. Die Inhalte nehmen Bezug zum aktuellen Kampagnenmotto „Live life light“ und schildern Momente, die zum Lächeln anregen und helfen sollen, die schönen Seiten des Lebens zu entdecken. Wobei bei dieser Aktion auch die User gefragt sind. Denn jedermann kann positive oder auch skurrile Nachrichten einschicken, die möglicherweise im Rahmen der Podcasts veröffentlicht werden.

Wir sind gespannt! Sowohl auf die Kampagne von Coke Light als auch die zukünftigen Entwicklungen im Bereich Podcast. Aus Marketingsicht ist hier natürlich besonders interessant, wann welche weiteren Unternehmen die Chancen begreifen, die ihnen Podcasts bieten. Und vor allem diese dann auch beim Schopfe packen bzw. konsequent und gekonnt nutzen…

Denn richtig umgesetzt können Podcasts ähnliche Effekte erzielen bzw. Werbeepidemien auslösen wie heutzutage Viral Marketing Clips bzw. Kurzfilme im Internet – allerdings oftmals zu erheblich geringeren Kosten.

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