Svenswmwette.com – Sex sells…

Juni 16th, 2006 | by FHolzapfel |

In den vergangenen Tagen kursierte der Link Svenswmwette.com im Internet und wurde zahlreich per E-Mail versendet. Auf einer simpel gestalteten Website wurde die Wette von Sven und seiner Freundin zur Fußball WM 2006 beschrieben. Bei einer Mio. Besuchern dieser Website sollte ein Foto seiner Freundin eingestellt werden. Bei 2. Mio ein Tanga-Bild, bei 3 Mio. „oben ohne“ und bei 4. Mio ein Nacktbild. Nach dem erreichen der 1 Mio. Grenze erschien am Mittwochabend tatsächlich ein Bild. Kurz darauf wurde auch die 2 Mio. Grenze geknackt, so dass das versprochene „Tanga-Bild“ eingeblendet wurde. Seit gestern wird die Domain nun zu dem Anbieter Firstload weitergeleitet. Die Originalseite ist inzwischen wieder unter einer anderen Adresse online. Allerdings ohne die vorher bereits online gestellten Bilder und vor allem auch leicht abgewandelt. Inzwischen heißt es, dass Sven ab 250.000 Besuchern ein Bild seiner Freundin einstellen darf und ab 500.000 eines im Bikini. Spätestens hier dürfte dann wohl auch dem letzten klar geworden sein, dass das ganze ein so genannter „Fake“ war.

Seither entbrennt eine heiße Diskussion im Internet.

A) Die Bilder von „Svens“ angeblicher Freundin wurden angeblich von einer Pornoseite geklaut. Sprich hier liegt eine Urheberrechtsverletzung vor, die bereits zur Anzeige gebracht worden sein soll.

B) Das Thema Werbung… Denn „Sven“ blendet auf seiner Seite Werbung ein. Diese wird oftmals pro Sichtkontakt (Pay per View) abgerechnet. Sprich mit jedem Besucher verdient „Sven“ Geld. Wenn man dem Ticker auf der Seite Glauben schenken durfte, waren innerhalb weniger Tage mehrere Mio. Besucher auf der Website.

C) Sind inzwischen verschiedene „Anti-Svenswmwette-Websites“ entstanden. Scheinbar werden diese jedoch oftmals von der gleichen Person betrieben, wie die Seite Svenswmwette.com selbst. Somit verdient diese Person gleich doppelt: An allen Leuten die sich für seine angebliche Wette interessieren und jene die dagegen sind.

D) Gibt es bereits zahlreiche Personen bzw. Trittbrettfahrer, die vergleichbare Wetten kreiert haben und sich einen ähnlichen „Erfolg“ in Form zahlreicher Besucher erhoffen. Denn eingeblendeten Besucherzählern kann man jedoch entnehmen, dass diese oftmals weit weniger Nutzer anlocken.

E) Die Weiterleitung zu Firstload.de ruft einen unangenehmen Beigeschmack hervor. Steht das Unternehmen in irgendeiner Verbindung zu dieser Aktion? Wenn ja, ist der Imageschaden höchstwahrscheinlich bereits vorprogrammiert. Wenn nein, warum distanziert sich das Unternehmen nicht von dieser Aktion?

Die Moral von der Geschicht:

- Zu platt geht nicht bzw. gibt’s nicht.
- Sex sells immer noch ziemlich gut! Insbesondere im Internet…
- Ein simpler Link kann sich innerhalb weniger Tage millionenfach verteilen.
- Trittbrettfahren lohnt sich nicht! Zwar gab es auch schon Websites, die mit Svenswmwette.com vergleichbar waren. Aber dies ist bereits einige Zeit her und die Story wurde von „Sven“ ein wenig abgewandelt. Und siehe da, es funktioniert! Denn man muss das Rad schließlich nicht täglich neu erfinden. Aber simple Trittbrettfahrer, die auf einer vergleichbaren aktuell laufenden „Erfolgswelle“ mitschwimmen möchten sind gewöhnlich zum scheitern verurteilt.
- Der Erfinder von Svenswmwette hat eines richtig gemacht: Er hat nicht nur die eigentliche Wette berücksichtigt, sondern auch direkt eingeplant, dass es Leute geben wird, die sich daran stören und auch diesen Menschen eine entsprechende Plattform geboten.
- Allerdings hat er auch einen großen Fehler gemacht: Gewöhnlich werden Leute im Internet nicht gerne „verarscht“… Falsch gestaltet weckt hohe Aufmerksamkeit schnell große Empörung. Denn dieser Aktion fehlt der erforderliche Scharm, wie z.B. der Seite von Mary Woodbridge.
- Der Anbieter Firstload sollte Stellung zu der Aktion beziehen, um einen möglichen Imageschaden zu vermeiden.

Fazit:

Mit der Aktion wurde zwar innerhalb kürzester Zeit eine große Aufmerksamkeit erzeugt. Aber genauso schnell hat der Betreiber auch das „halbe Internet“ gegen sich aufgebracht. Unternehmen sollten also von vergleichbaren Aktionen absehen, bei denen die Internetnutzer auf eine solch stupide Weise „hinters Licht geführt werden“. Richtig gestaltet – z.B. mit einem massenkompatiblen Humor – können solche Maßnahmen jedoch nicht nur innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Besucher „anlocken“, sondern gleichzeitig auch zu einer Imageverbesserung beitragen. Denn man beweist damit unter anderem, dass man sich selbst nicht zu ernst nimmt, was bei bestimmten Zielgruppen eine gewisse Sympathie hervorruft.

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  1. One Response to “Svenswmwette.com – Sex sells…”

  2. By Thorsten Schulte on Jun 27, 2006 | Reply

    Hallo Herr Holzapfel,

    ich denke folgender Link sollte Ihnen bekannt vorkommen ;-)

    http://www.wetten-sie-machts.de/

    Gruß
    T.Schulte

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