Online Marketing Workshop

März 1st, 2007 | by FHolzapfel |

Online Marketing Workshop

Am 22. und 23. Februar habe ich im Auftrag von Univations, dem Innovations- und Gründernetzwerk Sachsen Anhalt, einen Workshop zum Thema „Effizientes Online Marketing für Unternehmensgründer“ an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg durchgeführt.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden verschiedenste Themen bearbeitet, die sich größtenteils in einen theoretischen und einen praktischen Teil aufgliederten. Hier ein „kleiner“ Erfahrungsbericht:

Homepage…
Grundstein eine gute Website – Tipps & Tricks
Inhalt / Ergebnis: Hier herrschte erhebliches Optimierungspotential. Dies reichte vom Design, über die Navigation, Gestaltung der Startseite bis hin zu der technischen Umsetzung. Wobei die Gründer nicht alleine auf weiter Flur stehen, da wir vergleichbare Mängel auch immer noch all zu oft im Rahmen unseres „daily Business“ und das auch bei „gestandenen Unternehmen“ beobachten. Während des Praxisteils haben die Teilnehmer gegenseitig Ihre Websites begutachtet und Verbesserungsvorschläge ausgearbeitet. Dies hat wieder einmal gezeigt, dass es äußerst lehrreich sein kann, die eigene Website von „unabhängigen Dritten“ überprüfen zu lassen.

Suchmaschinen…
Google, Yahoo & Co.
Inhalt / Ergebnis: Seitens der Teilnehmer herrschte nur wenig Interesse an der Einrichtung einer Paid Link Kampagne. Dies beruhte im Wesentlichen darauf, dass kaum einer der Anwesenden auf bezahlte Werbung klickt. Der Fokus lag hier also ganz klar auf „natürlicher Suchmaschinenoptimierung“. Nach der Vorstellung verschiedener „Stellschrauben“ und Möglichkeiten zeigte sich, dass vielen Unternehmen die Grundfunktionsweisen der führenden Suchmaschinen nur oberflächlich bekannt sind. Selbstverständlich kann und muss nicht jedermann ein Experte im Bereich Suchmaschinenoptimierung sein. Doch ein gewisses Grundwissen hilft sicherlich, um beispielsweise bereits bei der Erstellung einer Website darauf zu achten, dass diese später überhaupt eine Chance hat in den Suchmaschinen gefunden zu werden.

Online Pressearbeit…
Wieso, weshalb, warum?
Inhalt / Ergebnis: Ein Baustein den wohl immer noch viele Unternehmen vernachlässigen – egal ob Unternehmensgründer oder etablierte Unternehmen. Wie verfasse ich eine professionelle Pressemeldung im Internet? Welche Dinge gilt es zu beachten, um sich verschiedene Hebelwirkungen zu nutzen zu machen, die auf den ersten Blick evtl. nicht für jedermann ersichtlich sind? Was für Möglichkeiten zur Verteilung einer Pressemeldung bietet das Internet? Usw.? Hier liegt noch viel Potential brach, das darauf wartet genutzt zu werden.

E-Mail Marketing & Newsletter…
Kontinuierliche Kommunikation mit Ihren Zielgruppen
Inhalt / Ergebnis: Zum Abschluss des ersten Tages wurde dieser Lektion offen gesagt nicht mehr all zu viel Beachtung geschenkt. Denn nach 8 Stunden Workshop war die Aufmerksamkeit der Teilnehmer nicht mehr unbedingt auf dem Höhepunkt – und meine auch nicht;-)

Web 2.0…
Chancen & Möglichkeiten für KMU
Inhalt / Ergebnis: Auch wenn nicht alles Gold ist, was aktuell glänzt, ist Web 2.0 sicherlich ein Thema das zukünftig verstärkt an Bedeutung gewinnen wird. Sei es zu Marktforschungszwecken oder Vermarktung des eigenen Angebots. Im Rahmen eines Rund-Um-Blicks von Plattformen wie XING, Youtube, Myspace oder Weblogs kamen zwischenzeitlich immer wieder interessante Fragen bzw. Diskussionen auf. Beispiel: Ist XING eigentlich nur eine Plattform, um alte Weggefährten zu treffen oder entstehen hier auch wirklich wertvolle neue Kontakte? Wenn ja, wie? Wie viel Aufwand verursacht der Betrieb eines eigenen Weblogs tatsächlich? Usw.?

Verkaufen im Internet…
Online Shops, eBay & Co.
Inhalt / Ergebnis: Was gilt es bei der Einrichtung eines Online Shops zu beachten? Wie kann man den Verkauf ankurbeln bzw. den Shop vermarkten? Welche Möglichkeiten bietet eBay? Abgerundet wurde dieser Baustein durch die Schilderung einiger spektakulärer eBay-Auktionen, die für breit gefächerte Aufmerksamkeit sorgten. Dies schlug auch direkt die Brücke zum nächsten Thema. Wobei im Rahmen des Praxisteils erst einmal der Online Shop eines Teilnehmers des Workshops von den anderen Anwesenden begutachtet wurde und Verbesserungsvorschläge diskutiert wurden. Die Anmerkungen der Teilnehmer bestätigten einmal mehr, dass der „durchschnittliche“ Internetnutzer heute eine Art „Amazon-Feeling“ erwartet. Die Tage unprofessionell gestalteter Online Shops scheinen langsam aber sicher endgültig gezählt (wobei der Shop der Unternehmensgründer bereits relativ professionell gestaltet war). Zum Abschluss dieses Themas war mir außerdem daran gelegen, die Teilnehmer dafür zu sensibilisieren, dass heute eigentlich jeder direkt oder indirekt Waren im Internet verkauft. Einerseits ist die Website auch ohne Online Shop ein zentraler Baustein im Marketing nahezu jedes Unternehmens. In Kombination mit der Meinung anderer Internetnutzer (z.B. Berichte in Foren, Weblogs oder Verbraucherportalen) trägt sie daher in vielen Fällen einen nicht unerheblichen Teil zur Kaufentscheidung eines Kunden bei – egal, ob diese online, offline oder mobile erfolgt. Andererseits können auch Anbieter von Dienstleistungen ihre Leistungen beispielsweise auf einer Projektplattform anbieten, auf der Angebot und Nachfrage entsprechender Dienste zusammengeführt werden.

Guerilla & Viral Marketing…
Kleiner Einsatz – große Wirkung
Inhalt / Ergebnis: Ich würde wagen zu behaupten, dass dieser Baustein, wie so oft, den größten Unterhaltungswert bot. Denn nach dem „theoretischen Teil“ kam bei der Schilderung verschiedener Showcases aus den Bereichen Guerilla und Viral Marketing doch der ein oder andere Schmunzler auf. Zwar nicht wirklich überraschend, aber dennoch interessant: Viele der Unternehmensgründer hörten die Begriffe nicht zum ersten mal und hatten auch vor dem Workshop bereits überlegt, wie Sie sich vergleichbare Strategien für das eigene Unternehmen zu nutze machen können. Hier kann ich nur sagen: Willkommen im Club! Denn diese Themen bzw. die damit einhergehende Mechanismen und Phänomene werden die Marketingwelt meiner Meinung nach noch für einen längeren Zeitraum beschäftigen.

Crossmedia – Mix it Baby…
Schnittstellen einer Website zur Offline Welt
Inhalt / Ergebnis: Hierbei galt es die Teilnehmer darauf hinzuweisen, dass für den Wechsel von einem Medium in ein anderes entsprechende Mehrwerte angeboten werden müssen und dass die Grenzen zwischen den verschiedenen Medien heute immer stärker verschmelzen. Simples Beispiel: Pressemeldung im Internet oder Geschichten in Weblogs finden heutzutage oftmals auch Ihren Weg in die „Offline-Welt“. Offline Guerilla Aktionen werden online diskutiert und PR-technisch begleitet. Offline verteilte Coupons können im Online Shop eingelöst werden. Menschen kaufen offline ein, haben sich aber vorher online informiert oder andersherum. Usw.

Controlling…
Vertrauen ist gut, Controlling ist besser!
Inhalt / Ergebnis: Zum Abschluss gab es noch einmal eine Lektion, die eine Verbindung zu nahezu sämtlichen der vorher geschilderten Inhalte bot. Wie kann ich nachvollziehen, ob eine Marketing Aktion erfolgreich war? Wobei die gewonnen Informationen nicht nur helfen den Erfolg vergangener Kampagnen zu kontrollieren, sondern vor allem zukünftige Maßnahmen zu optimieren und sich auf die erfolgreichsten Bausteine zu konzentrieren.

Fazit
Mein Fazit zu diesem Workshop beschränkt sich im Wesentlichen auf 2 Punkte sowie eine abschließende Anmerkung am Rande:

a) Die Unternehmensgründer waren ein dankbares Publikum. Der Workshop hat mir viel Spaß bereitet und ich hatte das Gefühl bzw. hege die Hoffnung den Teilnehmern den ein oder anderen „Denkanstoß“ mit auf den Weg gegeben zu haben.

b) Selbstverständlich habe ich nur einen ersten Einblick in die Arbeitsweise bzw. das Leistungsspektrum von dem Veranstalter Univations erhalten. Dennoch denke ich, dass vergleichbare Initiativen zur Förderung von Unternehmensgründungen an deutschen Hochschulen nicht die Ausnahme, sondern Pflicht sein sollten. Hier hinkt Deutschland im internationalen Vergleich hinterher und verschenkt ein erhebliches Potential. Schließlich werden im Rahmen des Studiums und der teilweise damit verbundenen Forschung zahlreiche interessante Ideen, Lösungen und Produkte entwickelt. Doch dieses Potential wird hierzulande all zu oft nicht ausreichend genutzt, da natürlich nicht in jedem Student ein Vollblut-Unternehmer steckt. Auch wenn ich ein entschiedener Gegner davon bin, Menschen in die Selbständigkeit „zu treiben“ denke ich, dass eine vergleichbare Betreuung ein hilfreicher Baustein sein könnte, um vermehrt erfolgreiche Unternehmen aus deutschen Hochschulen heraus zu gründen – wie das in vielen anderen Ländern bereits heute der Fall ist.

c) Halle war auf jeden Fall eine Reise wert und hat mir auch abseits des beruflichen Teils gut gefallen – auch wenn ich wie so oft viel zu wenig Zeit hatte, um mir die Stadt wirklich in Ruhe anzuschauen. Aber auf den ersten Blick… Viele Altbauten, gepflegte Innenstadt, nette Menschen und ein hoher Kultur-Pro-Quadratmeter-Bzw.-Einwohner-Faktor;-)

Und zu guter letzt… Hier noch ein paar Bilder:

Bei der Arbeit

Bei der Arbeit (Teil 2)

Erklärungen während einer praktischen Übung

Bei der Arbeit (Teil §)

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