Rückblick: Creative Industries & Spotlight Festival

April 2nd, 2007 | by FHolzapfel |

Creative Industries & Spotlight Festival

Vergangene Woche fand in Friedrichshafen vom 29. bis 31. März erstmals die Veranstaltung „Creative Industries“ statt – ein Treffpunkt der Kreativbranche. Samstagabends wurde außerdem das 10. Spotlight Festival” ausgerichtet, das größte Werbefilmfestival mit Fachjury und Publikumsvoting im deutschsprachigen Raum.

Wobei ich selbst nur am Freitag und Samstag anwesend war. Hierzu ein kleiner Erfahrungsbericht:

Die Messe
Es waren ca. 120 Aussteller vertreten. Wobei ich mir offen gesagt noch mehr
kreative Unternehmen”, neue Technologien und ähnliches gewünscht hätte. Der Name war hier meiner Meinung nach noch nicht zu 100% Programm. Dieses Feedback habe ich auch von einigen Gesprächspartnern während der Veranstaltung erhalten. Andere hingegen waren mehr als zufrieden. Es hing wohl wie so oft ganz von der persönlichen Erwartungshaltung ab.

Am stärksten in Erinnerung geblieben ist mir ein Anbieter Namens madebymade.de - einerseits wegen dem Angebot und andererseits wegen dem Geschäftsführer. Eine Firma für PR- und Öffentlichkeitsarbeit, die schwerpunktmäßig Leistungen rund um Secondlife.com vorstellte. Unter anderem Verkauf von Grundstücken, Vermietung von Shops, Planung und Bau von Gebäuden, Gestalten und Bereitstellen von Inneneinrichtungen, Humanisieren von Avataren und Einführungskurse in “Second Life”.

Außerdem gab es noch zwei wie ich fand sehr gut umgesetzte bzw. unkonventionelle Messestände:
1) gapcon.de mit einem Messestand in Form eines Krankenwagens.
2) d-werk.com – ohne Messestand, aber dafür mit echten Tannebäumen, einem Hochsitz für Jäger und „uriger Musik“.

Ansonsten lobe ich mir das Engegament verschiedener Hochschulen, die auf der Messe mit einem eigenen Stand vertreten waren.

Das Kongressprogramm
Im Rahmen verschiedener Fachvorträge gab es unglaublich viel spannenden Input (zumindest bei sämtlichen, die ich mir angesehen habe).

Referent: Hermann Scherer
Thema: “Networking für Fortgeschrittene – wie man Bill Clinton nach Deutschland holt”
Zusammenfassung/Fazit: Unglaublich großes Tennis! Eine super Mischung aus zahlreichen Denkanstößen zum Thema Networking und großartiger Unterhaltung. Bei keinem der anderen Vorträge habe ich die Zuschauer so interessiert zuhören und gleichzeitig lachen gesehen. Für jeden der schon mal einen vergleichbaren Vortrag von Herrn Scherer „hören durfte“ sage ich nur „Ausnahmsweise“;-)

Referent: Wulf-Peter Kemper
Thema: “Die Atomisierung der Medienwelt”
Zusammenfassung/Fazit: Es war bereits der zweite Vortrag den ich von Herr Kemper gehört habe. Und ich muss sagen es ist jedes mal wieder ein „Genuss“. Anhand zahlreicher Beispiele veranschaulichte er die Atomisierung der Medienwelt und plädierte für Dinge wie, mehr Mut, Haltung, Extreme und dergleichen im Bereich Marketing. Außerdem stellte er sein Projekt idee07.tv vor.
Übrigens war mein Eindruck, dass keiner anderer Referent so gekonnt die Frage- und Antwortrunde moderiert hat wie Herr Kemper, so dass im Anschluss an seinen Vortrag noch eine relativ rege Diskussion mit den Zuschauern stattfand (was ja nun einmal leider gewöhnlich eher selten der Fall ist).

Referent: Martin Oetting
Thema: “Revolutionieren YouTube & Co. die klassische Werbung?”
Zusammenfassung/Fazit: Nachdem ich schon oftmals interessante Beiträge in seinem Blog connectedmarketing.de gelesen habe, war der Vortrag zum Ende noch mal ein kleines Highlight. Zuerst einmal stellte Herr Oetting kurz die Leistungen von trnd.com vor. Hier können Unternehmen mit aktiven Verbrauchern in Verbindung treten und diesen Trendsettern z.B. eine Produktprobe zukomme lassen. Diese wird umfangreich getestet und mit Freunden sowie in einem Projektblog diskutiert. Sprich ein Unternehmen kann dank trnd mit relativ einfachen Mitteln sehr nah an seine Zielgruppe kommen und mit dieser einen offenen Dialog führen, um die gewünschte Mund-zu-Mund-Propaganda anzustoßen. Anschließend wurde dann die Brücke zum Thema virales Marketing sowie Youtube & Co. geschlagen.

Das Spotlight Festival
Der krönende Abschluss des Wochenendes am Bodensee war das Spotlight Festival am Samstagabend. Die Veranstaltung wurde von Barbara Schöneberger moderiert, die für ordentlich Unterhaltung und den ein oder anderen Lacher am Rande sorgte.
Es wurden Filme in den Kategorien „Kino & TV“ und „Web & Mobile“ vorgestellt. Und das einerseits von Agenturen und andererseits von Studenten. Jeder Zuschauer wurde beim Eingang mit einem Voting-Gerät ausgestattet, so dass er die einzelnen Filme selber im Rahmen des Publikumsvotings bewerten konnte.

Folgende Dinge fand ich bei der Veranstaltung beachtenswert:
- Der Trend in den meisten Spots ging ganz klar weg von langweiligen “Standard-Storyboards” hin zur Kombination der Werbebotschaft mit einer lustigen, unterhaltsamen, provokanten oder wie auch immer gearteten möglichst kreativen Geschichte.
- Die Filme der Studenten waren wirklich unglaublich kreativ und professionell umgesetzt, was das Publikum mit entsprechenden Applaus honorierte.
- Die Meinung des Publikums wich teilweise erheblich von jener der Fachjury ab, so dass bei einzelnen Preisträgern gar gebuht wurde. Hier entstand bei vielen der Eindruck, dass die Einreicher und die Jury irgendwie verbandelt waren und nicht immer unbedingt die besten Spots prämiert wurden.
- Das möchte ich gar nicht mal unterstellen, aber ich denke, dass bei einigen Spots doch eine erhebliche Lücke zwischen dem bestand, was die Jury gesehen bzw. mit Ihrem Marketing-Hintergrundwissen in einen Spot hineininterpretiert hat und dem was bei den Zuschauern ankam. Schade eigentlich… Denn das Zweitere sollte meiner Meinung nach nun einmal das sein, was wirklich zählt - auch für eine Fachjury.
- Zu guter letzt möchte ich mich auch an dieser Stelle noch einmal bei den Veranstaltern bedanken, dass Sie mir ganz spontan die Möglichkeit gegeben haben im Anschluss an den Pausen-Talk die Bühne zu betreten, um dem Publikum kurz unser Projekt moviebakery vorzustellen.

Mein persönliches „Schluss-Fazit“
Messe: Für das erste Jahr eine gelungene Veranstaltung!
Kongressprogramm: Wirklich interessant und unterhaltsam!
Spotlight Festival: Siehe „Kongressprogramm“!;-)
Unter dem Strich: Die Kombination der Veranstaltung war gelungen und Friedrichshafen somit auf jeden Fall die Reise wert.

Hier noch ein paar Links zu weiteren Beiträgen zur Creative Industries bzw. zum Spotlight-Festival:

http://www.bwlzweinull.de/?p=4
http://www.rv-blog.de/2007/03/30/creative-industries/
http://blog.no-big-deal.de/2007/03/30/creative-industries-mangelndes-vertriebskonzept-fur-fabbing-racht-sich/
http://www.szon.de/lokales/friedrichshafen/stadt/200704020682.html
http://www.biberach-presse.de/index.php?site=news&news_ID=1459
http://www.suedkurier.de/region/friedrichshafen/kreis/art3229,2524936.html?fCMS=ec3f7e9a2cae4b7d8467d65e7f3bf0bd

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  1. 2 Responses to “Rückblick: Creative Industries & Spotlight Festival”

  2. By Matthias on Apr 10, 2007 | Reply

    Auch mir hat ja die Messe gut gefallen und ich finde es gut, dass es im nächsten Jahr in Bregenz weiter geht. Ob aber auch die Hochschulen dabei sein sollten, wäre zu diskutieren: Da wird das Teilnehmerfeld dann doch etwas heterogen, oder?

  3. By Felix on Apr 10, 2007 | Reply

    “Ob auch die Hochschulen dabei sein sollten, wäre zu diskutieren…” Dem kann ich nur zustimmen… Wobei ich denke, dass das (wie so oft;-) ein zweischneidiges Schwert ist…

    Einerseits waren die Hochschulen dieses Jahr eine Bereicherung - fand ich zumindest. A) Habe ich an diesen Ständen einige interessante Gespräche geführt. Dabei bot sich die Möglichkeit unkompliziert persönliche Kontakte zu interessanten Hochschulen herzustellen, um zukünftig z.B. evtl. gemeinsame Projekte durchzuführen. B) Hat speziell beim ersten Jahr der Creative Industries für meinen Geschmack einfach jeder Stand gezählt, damit die Messehalle auch gut gefüllt war.

    Andererseits stimmt der Gedanke mit dem “zu heterogen” natürlich auch. Denn ich kann mir schon vorstellen, dass es für einige Besucher ein wenig “verwirrend” war, auf einem „Branchentreff der Kreativwirtschaft“ auch Hochschulen als Aussteller anzutreffen. Sprich die Ausstellerqualität wird für den einen oder anderen Besucher durch Hochschulen evtl. ein wenig verwässert.

    Lange Rede… Kurzer Sinn… Schauen wir mal, wie sich das im nächsten Jahr entwickelt. Und… Auch ich freue mich auf die Creative Industries 2008 in Bregenz!

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