Plazes…The place you want to be!?
Juni 19th, 2007 | by Swantje |Ja, das liebe Web 2.0…Wer will noch mal? Wer hat noch nicht? Jeder darf mitmachen! Am 05. Juni stieß ich bereits bei spiegel.de auf den Artikel „Firmenchef entblößt sich im Mitmachnetz“. Nicht, dass ich auf „Entblößungen“ im Netz stehe… Nein, der Titel weckte mein Interesse, da es um das sagenumwogene „Plazes“ und dessen Chef ging. Aufgrund „arbeitstechnischer-Überflutung“ komme ich leider erst heute dazu, ein paar Gedanken dazu freien Lauf zu lassen…Asche auf mein Haupt!
Die Story an sich lässt den Leser eher schmunzeln. Kurzform: Seine eigene Software spielte ihm einen Streich. Anstatt auf der Next Web Conference seinen Kollegen zu unterstützen, entschuldigte er sich für eine Abwesenheit mit einer wichtigen privaten Verpflichtung in Berlin. Schön und gut, wenn er sich nicht zum gleichen Zeitpunkt von der Reboot-Konferenz aus Kopenhagen über Plazes mitteilte hätte… Sehr zum Ärger seiner Kollegen. Erwischt!
Was mich jedoch vielmehr interessierte: Plazes…Was ist das eigentlich!? In den letzten Tagen viel es mir hier und da schon mal auf, hatte es aber bis dato nicht weiter verfolgt. Das sollte sich ändern. Also „losgegoogelt“… Und schon zeigt sich mir der link… Plazes Eine übersichliche und sich selbsterklärende Beta Version, im leichten xing-Seiten-Karakter.Sehr nett!
In der Seitenmitte eröffnet sich mir die Welt in Form einer Karte… Ups, was ist das!? Hier und da poppt nach einander ein Fensterchen auf, welches mir mitteilt: Ordovicium checked in at a Plaze called Home 2, WIEN less than a minute ago (plazed via plazer) und sebcra checked in at a Plaze called marke23, Hamburg less than a minute ago (plazed via plazer)… Aha! Aber bitte wer oder was ist Ordovicium oder sebcra? Neugierig wie ich bin klicke ich auf Ordovicium und siehe da… Ordovicium ist Stefan. Neben den verschiedensten Informationen zu den „Plazes“, die ein jener unter sich vermerkt hat, habe ich zu dem die Möglichkeit seinen Lebens- und Bewegungsraum zu erkundschaften, falls er es der Plazes-Gemeinde in seinem Profil mitteilt. Bars, gastronomische Vorlieben… Nicht schlecht!
Plazes bietet mir die Möglichkeit mein Umfeld und Gleichgesinnte zu treffen und kennenzulernen, vielleicht sogar „verschollene“ Freunde wieder zu finden oder auch Personen, welche ich gar nicht wiederfinden wollte. Genauso bin ich für andere Plazes-Anhänger entdeckbar. Aber will ich das überhaupt, brauche ich das oder will ich dort entdeckt werden? Ja, warum nicht.
Wie ich unter einem weiteren Bericht der netzeitung.de erlesen konnte, verfährt Plazes über eine Art umgekehrten Weg. Der Nutzer gibt seine Standortangaben ein und kurze Zeit später erschließen sich ihm alle Plazer, welche sich in seinem indirekten Umfeld befinden. D.h. Ich kann nur dann Leute finden, wenn ich mich selber indentifiziere und ebenso umgekehrt. Die Bereitschaft für ein „Gefundenwerdenwollen“ ist somit also Grundvoraussetzung, genauso wie ein erforderlicher Breitbandanschluss.
Warum also nicht auch mal selber plazen? Also einfach die Daten eingeben… Doch was ist, wenn ich oder mich Jemand findet, von dem ich nicht gefunden werden möchte und ich auch keinen weiteren oder neuen Kontakt aufblühen lassen möchte? Natürlich spiele ich mit dem Gedanke, neben meinem Pseudonym auch „korrigierte“ Daten anzugeben…Was nicht der Sinn von Plazes wäre. Bleibt mir also nur eines übrig: Probieren geht über studieren! Ich spiele also mit dem Gedanken ebenfalls mal bei Plazes einzuchecken und lasse mich dann mal überaschen.
Doch bevor ich dies tue reflektiere ich die Vor und/oder Nachteile… Gut finde ich, dass das Angebot von Plazes weltweit ausgelegt ist und nicht nur einen kleinen Radius bietet. Ich habe somit also auch die Möglichkeit zuchecken, was z.B. in Denver so abgeht. Für mich interessanter Infomormationsgehalt wird auf dem schnellsten Wege sichtbar. Dinge wie Aufgestanden – Zähne geputz – Kaffee getrunken – Oberteil versaut – Stress hegabt… Ich weiß nicht, ob diese Infos mich wirklich interessieren würden. Aber sie steigern innerhalb der Community die Verbundenheit und wahrscheinlich gehört es bei dem Plazes Prinzip dazu bzw. zum guten Ton, sich stets mitzuteilen.
Entschließt sich ein bestehender Freundes- und Bekanntenkreis in die Plazes Gemeinde einzutreten, haben sie ebenfalls rund um die Uhr bis zum nächsten Treffen die Möglichkeit sich Ihren Freunden mitzuteilen.
Doch wie sieht´s mit der Kontrolle aus? Teile ich mich die ganze Zeit mit und werde „verfolgt“ stellt sich mir ein Gefühl der Big-Brother-is-watching-You-Kontrolle ein? Aber soweit muss es ja auch nicht kommen, denn schließlich habe ich es ja in der Hand, wieviel ich von mir preisgebe oder nicht. Nach langem Hin und Her erschließt sich mir kein logischer Schluss, warum wieso weshalb ich persönlich eine Plazes-Jüngerin werden sollte. Aber ich bin ja schließlich auch nicht der Nabel der Welt und meine Meinung das Maß aller Dinge. Sicherlich birgt Plazes für den Einen und die Andere Vorteile in sich, die sich mir noch nicht erschließen. Aber vielleicht ändert sich noch meine Einstellung und ich werde doch noch eine von Euch… Bis dahin wünsche ich allen einen schönen Start in die Woche… Wo immer ihr auch seid.



















