Kommt der Prophet …

Juli 20th, 2007 | by Swantje |

… nicht zum Berg, kommt der Berg zu ihm! So oder auch „Pilgern im Web 2.0“, kann man die neue Bewegung der Kirchen und Gläubigen nennen.

Wie gestern unter sueddeutschen.de zu lesen, bedienen sich nun auch Kirchen und Glaubensgemeinden der verschiedensten Möglichkeiten des „Mitmachnetz – Web 2.0“. Neben online pilgern, spenden oder beten, bietet beispielsweise nun auch der Vatikan Einblick in seine heiligen Hallen. Per Webcam erhält man als Besucher der Seite www.vaticanstate.va die Möglichkeit, sich Bilder der Gruft von Papst Johannes Paul II anzuschauen. Dies ist aber nicht der einzige Einblick, welchen der Vatikan seinen Online-Besuchern gewährt. Neben zahlreichen Informationen zum „Staat der Vatikanstadt“, Eindrücken der Peterskuppel, dem Palast des Governatorato, dem Petersplatz und der Stadt Rom eröffnen sich dem Besucher ausführliche Informationen zu Diensten, Einrichtungen und Monumenten, wie z.B. den vatikanischen Gärten, der Petersbasilika und dem Castel Gandolfo… Ja, schaut aus wie eine Informationsflut rund um den Vatikan.

Hey, aber keine Angst! Dies endet hier jetzt nicht im „Wort zum Sonntag“. Aber wer hätte damit gerechnet, dass neben all diesen Informationen auch ein Web-Shop des Vatikans auf dieser Seite zu finden ist… Und da sagt man doch immer, die Kirche wäre reich!? Anscheinend bieten das Web 2.0 auch den Kirchen usw. neben netten „Bilderzeigen“ und dezenten „Informationenverbreiten“, ebenfalls eine Erweiterung ihrer „Vertriebsmöglichkeiten“. Eine weitere “Kirche 2.0″ Bewegung wäre noch, wenn wir bei der nächsten Papstwahl auch in den Genuss kommen würden, per Voting – á la bester Web 2.0 Manier – mit abzustimmen. Ich bin jetzt schon auf die spannende „Rauch-aus-dem-Schornstein-Flash-Animation“ gespannt ;-)

Aber das ist noch nicht Alles. Neben dem neuen Trend des Online-Pilgern steht auch das Online-Beten ganz weit oben. In einem hinduistischen Gotteshaus, dem Siddhivinayak Tempel in Bombay, können Gläubige unter www.siddihivinayak.org an der Andacht teilnehmen. Neben dem Blick in das Heiligtum, dürfen die Besucher auch gerne Opfergaben (Spenden) per Kreditkarte hinterlassen.

Glaube und Gemeinde hatten ja schon immer was spirituelles an sich… Bleibt abzuwarten, wie sich nun auch das Virtuelle durchsetzen wird. Zu beführchten bleibt – und das schreibe ich als Tochter einer evangelischen Gemeindesekretärin – dass dieser online Boom in den Gemeinden, die Kirchen und Gottesdienste immer leerer werden lässt… Nicht, das ich eine „Regelmäßig-Kirchgängerin“ bin. Aber man kennt das doch von den meisten, die nur an Weihnachten den Schritt in die „heiligen Hallen“ wagen, um dann festzustellen, wie voll es doch immer ist… Ja, und warum sich in die Bänke quetschen wenn man nun auch gemütlich neben dem Baum und vor dem Festmahl und der Bescherung an der „Christmette“ teilnehmen kann!?

Ich sag immer: „Jedem Tierchen sein Pläsierchen.“ Also, „Gottes-Lämmer“ da draußen, ihr werdet schon den für euch richtigen Schritt machen. Bis dahin, gehet hin in Frieden ;-) und allen ein schönes Wochenende.

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