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Blogs sind tot! Lang lebe das Blogging!

Oktober 26th, 2008 | by Felix |

In dem Beitrag “Twitter, Flickr, Facebook Make Blogs Look So 2004“, auf den ich bei webpronews.com aufmerksam geworden bin, gibt das Wired Magazine folgenden Ratschlag:

“Thinking about launching your own blog? Here’s some friendly advice: Don’t. And if you’ve already got one, pull the plug.”

In dem Artikel werden unter anderem folgende Begründungen aufgeführt, warum Blogging so 2004 bzw. eigentlich tot ist und man es sofort stoppen sollte, wenn man dies nicht schon längst getan hat:

:: Blogs sind viel zu mainstream geworden.
:: Dadurch geht der ehemals so persönliche Touch verloren.
:: Blogs triefen nur so vor Werbung oder werden von ihr infiltriert.
:: Man kann mit einem Blog heute kaum noch auffallen.
:: Private Blogs werden immer stärker von professionellen Anbietern verdrängt.
:: Früher haben viele Blogbeiträge relativ schnell Spitzenpositionen in den führenden Suchmaschinen erzielt. Heute werden die ersten Plätze von Wikipedia, großen News-Websites & Co. belagert.
:: Im Jahr 2008 ist Twitter das, was die Bloggersphere im Jahr 2004 dargestellt hat.

Fazit man sollte seine Zeit nicht länger mit dem Schreiben von Blogbeiträgen verschwenden und lieber Flickr, Facebook oder Twitter nutzen.

Also werden auch wir uns diesem Trend anschließen. Ich gebe hiermit bekannt, dass dies der letzte Beitrag in unserem Corporate Weblog ist!

Hm… Wobei… MOMENT! Wir sind auch Fans von Facebook, Twitter, YouTube, Flickr & Co. Nicht umsonst nutzen wir diese Services selber recht exzessiv. Und das sowohl beruflch als auch privat. Entwickeln Konzepte für unsere Kunden, die ganu auf diesen Social Media und Networking Diensten beruhen. Und so weiter.

Doch nichtsdestotrotz betreiben wir auch weiterhin unseren Weblog, empfehlen teilweise unseren Kunden einen eigenen Blog zu betreiben, usw. Denn unsere Devise lautet:

“Blogs sind tot! Lang lebe das Blogging!”

Oder anders gesagt. Das eine schließt das andere nicht aus, sondern ergänzt sich! Hier ein paar Gründe warum:

:: Das ganze erinnert irgendwie an die Anfänge des Web (und diverse Entwicklungen in der Zwischenzeit – eben den Übergang von “Independent-Medien” zur teilweisen Kommerzialisierung).
:: Ähnlich war das wohl auch beim Goldrausch in den USA im 19 Jahrhundert. Oder bei…
:: Man kann sich als Pionier nun melancholisch und schmollend in die Ecke setzen und der “guten alten (Blogger) Zeit” hinterhertrauern.
:: Oder man kann sich mit der Realität anfreunden und über die damit einhergehenden Chancen freuen.
:: Das Medium ist (zum Glück) professioneller geworden.
:: Deshalb steigen die Ansprüche (es reicht heute eben nicht mehr aus einfach “nur” zu bloggen) aber auch die Reichweite.
:: Damit geht dann automatisch auch eine Verwerblichung des Mediums einher.
:: Denn Werbung versucht nun einmal Plätze zu nutzen, wo sie möglichst viele Menschen möglichst gezielt und gleichzeitig ansprechen kann.
:: Twitter, Facebook, YouTube & Co. sind zwar aktuell sehr trendy, aber ja nun einmal jetzt auch nicht mehr ganz neu.
:: Hypethemen sind eine tolle Sache. Aber man sollte sie weder über- noch unterbewerten, sondern einfach mal vernünftig in die REALITÄT einordnen und soweit sinnvoll mit den bestehenden Tools verbinden (wie in diesem Fall eben mit Blogs). Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, dass sich vergleichbare Vorgänge und damit einhergehende Diskussionen immer wieder wiederholen müssen. Aber nun ja. Das ist noch einmal ein anderes Thema…
:: …

Außerdem irgendwie interessant… A) Der Tot der Blogs wurde in einem Blogbeitrag angekündigt… Und B) Twitter ist ein toller Service… Keine Frage… Aber ein nicht unerheblicher Teil der Beiträge verweist nun einmal als eine Art Teaser auf “ganz klassische Blogbeiträge”. Und allein diese simple Tatsache untermauert denke ich ganz gut die Theorie, dass der Video nicht den Radiostar gekilled hat und es mit Blogging versus Twitter ähnlich oder sogar noch vernetzter laufen wird.

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