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Werbung auf Twitter via beamagpie – Fluch oder Segen?

Dezember 4th, 2008 | by Felix |

Keine Sorge. Es gibt keine Premium Accounts. Und auch der Betreiber der Plattform bindet keine Werbung ein. Zumindest noch nicht. Doch genau diesem Thema widmet sich nun ein neuer Service Namens beamagpie.

Dieser bildet eine Schnittstelle zwischen Werbetreibenden die gerne ihre Botschaften auf Twitter platzieren möchten und Twitter Nutzern die gerne Geld mit Ihrem Account verdienen möchten.

Funktionsweise von beamagpie
Kurz gesagt funktioniert das Ganze ungefähr wie folgt:

:: Man registriert sich als Nutzer.
:: Passend zum eigenen Twitter Account wird jeder xte Tweet mit einer Werbebotschaft versehen (den Wert des „x“ kann jeder selber festlegen).

:: Dafür erhält man jeweils eine Bezahlung (umso höher die eigene Reichweite bzw. Anzahl der Follower, umso mehr Geld gibts dafür).
:: Damit das Ganze nicht in SPAM ausartet und einem die Follower weglaufen kann man festlegen der wie vielte Tweet maximal mit Werbung versehen werden darf.

:: Als Werbetreibender registriert man sich ebenfalls, legt seine Kampagne an und entsprechend der dazu passenden Schlagworte werden automatisch die Twitter Nutzer im beamagpie Network herausgesucht, die thematisch zum Kunden passen. 

:: Bei diesen wird dann die hinerlegte Werbebotschaft eingeblendet.



Hier mal eine Grafik die das veranschaulicht:

Kritikpunkt #1: Die Twitter Inquisition
Bei neuen Ideen sind natürlich stets auch die Kritiker nicht weit entfernt. Das gilt wohl insbesondere hierzulande;-) So findet teilweise bereits eine regelrechte Hexenjagd statt und einige Hardcore-Independet-Twitterer rufen zum Boykott auf. Dabei soll man dann auch direkt sämtlichen Personen die Followschaft kündigen, die Werbung von beamagpie einblenden. Diese Denkweise erinnert mich ehrlich gesagt an ein Verhalten, das ich letztens im Beitrag „Blogs sind tot! Lang lebe das Blogging!“ geschildert hatte. Eben das immer wiederkehrende Phänomen, das sich die wahren oder teilweise auch selbst ernannten Pioniere gegen die Professionalisierung und damit (gezwungenermaßen) einhergehende Kommerzialisierung diverser Dienste sträuben.

Kritikpunkt #2: Achtung SPAM
Andere hingegen sehen es zwar kritisch weil sie die Qualität der Tweets in Gefahr sehen und zu viel SPAM befürchten, aber schlagen dabei einen etwas gemäßigteren Ton an. Diese Sorge ist zwar einerseits durchaus berechtigt. Andererseits finde ich, dass die Jungs das schon recht elegant gelöst haben. Schließlich kann ich selber festlegen, ob nun jeder 5., 10. oder 20. Tweet eine Werbebotschaft enthält. Bei einem qualitativ hochwertigen Tweet würde mich das ehrlich gesagt wenig stören und sicher nicht zum unfollowen bewegen.

Kritikpunkt #3: Keine Kunden
Ein letzter Kritikpunkt den ich noch aufgreifen möchte. Einige Nutzer denken, dass es für diesen Service keine Kunden gibt – insbesondere hier in Deutschland. Das könnte wohl durchaus sein. Denn deutsche Unternehmen sind bei solchen Innovationen auch gerne etwas träger. Andererseits taucht der Twitter Zug aktuell ja auch hierzulande mit ordentlich Karacho am Marketinghorizont auf. Ansonsten gibt es aber auch andere Länder/Märkte die für einen vergleichbaren Service reif sind.

Weitere Hausaufgaben
Interessante Punkte bzw. Herausforderungen finde ich bei der Sache unter anderem die Folgenden Dinge:

:: Erfüllt das aktuelle Targeting mit Keywords eine ausreichende Qualität
:: Wie ist die Wahrnehmung und die Conversion der Botschaften die über diesen Service verbreitet werden

:: Und wie ist das daraus resultierende Nutzerverhalten

:: Wie trägt man den Umstand Rechnung, dass einige Nutzer evtl. nur wenige Follower direkt bei Twitter haben aber den Twitter Badge auf ihrem stark frequentierten Blog einbinden, auf ihrem Facebook Profil mit tausenden Freunden, usw.

:: Dazu passend: Manche Nutzer haben zwar wenig Followers aber ihre Tweets werden oft und intensiv gelesen weil sie hohe Qualität bieten

:: Andere hingegen haben tausende Follower weil sie 10.000 andere followen, produzieren jedoch mäßige Qualität und die Leute blenden deren Tweets eigentlich eher aus

:: Werden genug Wertreibende gewonnen, damit die Twitter Nutzer auch einigermaßen zeitnah die 50 Euro Marke erreichen, damit sie überhaupt eine Bezahlung erhalten (denn damit steigt auch das Vertrauen und die Attraktivität des Service)
:: …



Da sind also sicherlich noch einige Hausaufgabe zu machen. Aber beamagpie steht ja auch noch am Anfang. Teilweise mag es zu solchen und ähnlichen Punkten schon Antworten oder zumindest erste Überlegungen geben. Und außerdem:

Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut

Ich drücke den beamagpie Jungs und Mädels auf jeden Fall die Daumen und wünsche viel Erfolg! Ich finde man sollte sich eher freuen, wenn auch hierzulande mal wieder ein paar Leute etwas (meiner Meinung nach im Kern durchaus sinnvolles) Neues wagen anstatt das immer direkt im Keim zu ersticken. Ob es sich letztendlich durchsetzt. Wie so oft. Schau ma ma.

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  1. One Response to “Werbung auf Twitter via beamagpie – Fluch oder Segen?”

  2. By FHolzapfel on Dez 4, 2008 | Reply

    Hatte ich ja eben glatt vergessen… Hier noch ein Beitrag im webzweipunktnull.de Blog von Sven Wiesner zu dem gleichen Thema. Fand ich recht gelungen und hat mir quasi als Anstoß gedient meinen Senf zu der ganzen Kiste abzugeben:

    http://www.webzweipunktnull.de/2008/11/werbung-in-twitter-beamagpie-zwitschert-advertising/

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