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Marketinglovestory: Unternehmen und Kunden im Web 2.0 = Mann und Frau in der realen Welt

Juli 8th, 2009 | by Felix |

Hier einmal eine kleine Geschichte, die wir in letzter Zeit immer öfter unseren Interessenten und Kunden erzählen, wenn es darum geht, wie ein Unternehmen im Web 2.0 kommunizieren sollte, was es zu beachten gilt, usw.

Das Gleichnis: Männer wollen immer nur “das Eine” – Unternehmen auch…
Mit Unternehmen und Kunden verhält es sich ähnlich wie zwischen Mann und Frau. Im Web 2.0 gilt dies Faustformel sogar noch einmal im Quadrat. Leider will der eine zum Auftakt der Beziehung etwas ganz anderes als der andere. Was eigentlich schade ist. Denn letztendlich möchten beide dann doch wieder das Gleiche. Nur der Weg zum gemeinsamen Ziel in Form der “großen Liebe” bzw. “langfristigen Kundenbeziehung” ist eben all zu oft ein anderer.

Auch wenn es ein Klischee ist, gilt nun einmal wohl oft, dass Männer sehr schnell an Sex denken, Frauen oftmals zumindest am Anfang auch gerne nur einmal schauen, den gegenüber besser kennenlernen, gemeinsamen Spaß (außerhalb des Bettes) haben möchten, usw.

Ähnlich verhält es sich auch zwischen Unternehmen und Kunden. Sex steht hier allerdings für den Verkauf bzw. Konsum;) Unternehmen möchten diesen bestmöglich sofort. Kunden möchten sich oftmals aber in Ruhe entscheiden, erst einmal schauen, ausprobieren, usw. (dies gilt natürlich nicht für alle Produkte/Kaufentscheidungen, aber für sehr viele).

Dos und Don’ts beim “Flirten” bzw. Marketing im Web 2.0…
Wenn ein Mann eine Frau zum ersten mal trifft und dabei immer nur von sich erzählt (wie toll er ist, was er bisher alles geleistet hat, usw.) wird dies die Frau in der Regel langweilen wenn nicht gar abschrecken. Schließlich sollte es nicht nur um ihn, sondern vor allem oder zumindest auch um sie gehen.

Wenn der Mann hingegen weniger über sich selbst, sondern vielmehr über gemeinsame Interessen spricht, die Frau dabei zum lachen bringt, gut unterhält, sich nach ihr erkundigt,  sie aktiv in das Gespräch einbindet, usw. ist die Chance hingegen wesentlich größer, dass es nicht nur beim ersten Date bleibt. Zwar geht es von hieraus in der Regel noch nicht direkt ins Schlafzimmer. Aber zumindest der Weg dahin wurde schon mal ein wenig geebnet;)

Bei Unternehmen verhält es sich leider wie bei vielen Männern. Sie sprechen viel zu viel und viel zu gerne über sich selbst anstatt auf den Gegenüber einzugehen. In diesen Fall den Kunden. In der “alten Welt” war dies vielleicht nicht ganz so schlimm. Im Bereich Social Media Marketing ist dies hingegen oftmals fatal.

Was die Emanzipation für die Frau ist das Web 2.0 für den Kunden…
Frauen sind heute selbstbewusster und haben mehr Macht als je zuvor. Kunden auch. Männer mussten spätestens im Rahmen der Emanzipation lernen, dass die “Ich Mann. Ich befehlen. Du Frau. Du gehorchen.” Zeiten vorbei sind. Heute begegnet man sich auf Augenhöhe.

Einen ähnlichen Prozess hat das Web 2.0 auch in der Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden wenn auch evtl. nich initiiert aber zumindest erheblich beschleunigt bzw. verstärkt. Auch wenn dies sowohl bei einigen Männern als auch diversen Unternehmen so evtl. noch nicht ganz angekommen ist lässt sich die Uhr hier nicht mehr zurückdrehen.

Die Moral von der Geschicht: Nicht Du selbst, sondern die Frau bzw. der Kunde das Wichtigste ist…
Der Königsweg im Web 2.0 besteht unserer Meinung nach oftmals darin, den Kunden als gleichberechtigten Partner anzuerkennen, gemeinsame Interessen zu identifizieren, dem Kunden nicht nur zu sagen, sondern durch Taten zu beweisen, dass er einem wichtig ist, nicht nur zu erzählen, sondern auch zuzuhören, ihn zu unterhalten, usw. Wobei dies nicht aus Kalkül, sondern aus wahrer Überzeugung erfolgen muss. Blender fliegen früher oder später auf. Der Verkauf sollte erst einmal hinten angestellt und nicht erzwungen werden. Dieses Vorgehen bzw. die damit einhergehende Geduld führt zwar nicht unbedingt zum kurzfristigen Erfolg, aber zu einer festen und langfristigen Beziehung, die dann wesentlich intensiver und auch ertragreicher ist als ein One-Night-Stand bzw. schneller Verkauf.

Natürlich erheben diese Gedanken weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf universelle Gültigkeit. Und sie bieten wohl auch diverse Ansatzpunkte für kontroverse Diskussionen. Aber ich habe nun schon eine Zeit lang darüber gegrübelt und die Geschichte bereits des öfteren erzählt und muss sagen, dass sie nicht nur mich, sondern auch schon diverse Zuhörer irgendwie fasziniert, zum Nachdenken oder zumindest zum Schmunzeln gebracht hat. Daher wollte ich das auch an dieser Stelle einmal mit einem (hoffentlich;) etwas breiteren Publikum teilen und hoffe auf ähnliche Effekte…;)

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  1. 5 Responses to “Marketinglovestory: Unternehmen und Kunden im Web 2.0 = Mann und Frau in der realen Welt”

  2. By Martin Oetting on Jul 8, 2009 | Reply

    Na, dann müsste Dir ja dieser Film von Microsoft Advertising (2007) passend erscheinen … ;)

    http://www.youtube.com/watch?v=D3qltEtl7H8

  3. By Felix on Jul 8, 2009 | Reply

    Das gute Stück ist zwar schon älter… Aber hatte ihn schon lange nicht mehr gesehen und konnte auch gerade wieder gut drüber schmunzeln… Ja… Das passt!;-)

  4. By Thorsten Schulte on Jul 9, 2009 | Reply

    Also geschmunzelt habe ich schon mal. Aber es trifft den Nagel in der Tat auf den Kopf.

    Wobei ich allerdings bei einer Sache etwas einschränken würde. Leider sind nicht alle Kunden auf Augenhöhe. Die glauben es nur von sich. Und dann erzählt der Mann etwas über Äpfel und die Frau weiß nicht mal was Obst ist. Dann gilt für den Mann. Hauptsache ich werde satt und wenn es Schokolade ist :-)

    Ausführliche Diskussion morgen beim Kölsch.

  5. By Fabian on Jul 9, 2009 | Reply

    Sehr interessante Theorie…habe einige meiner “Kunden” wiedererkannt. Bezüglich der Augenhöhe muss ich aber meinem Vorschreiber leider Recht geben.

    …doch da ist was dran, sehr anschaulich Herr Holzapfel. Hätte es natürlich lieber von dir erzählt bekommen:-)

    Bis demnächst

  6. By Felix on Jul 9, 2009 | Reply

    @Thorsten: Das bei der Augenhöhe oftmals auch der Wunsch Vater des Gedanken ist… Keine Frage… Wobei ich die Augenhöhe eigentlich eher auf Mann und Frau bezogen hatte und der gleiche Prozess bei Unternehmen und Kunden gerade im Gang ist… Allerdings ist da sicherlich sowohl bei der Mann-Frau als auch der Unternehmen-Kunden-Beziehung noch “Luft nach oben”.

    @Fabi: Die Details der Theorie erzähle ich Dir demnächst natürlich auch gerne noch persönlitsch;)

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