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Beispiel Virales Marketing in Social Networks

Oktober 8th, 2009 | by Felix |

Bei unserer täglichen Arbeit merken wir immer wieder, dass viele Menschen mit dem Begriff „Viral Marketing“ gewöhnlich zu erst einmal ein Video verbinden. Unsere Aufgabe ist es dann in der Regel zu erklären, dass Videos eine tolle Sache sind, aber nur ein kleiner Baustein einer viralen Kampagne.

Nun habe ich vor ein paar Tagen mal wieder ein „Virales Video“ gesehen, das ich überdurchschnittlich gelungen fand. Also zumindest bis zu einem gewissen Grad. Dazu aber dann später mehr.

Für alle, die es bisher noch nicht kennen, hier jetzt erst einmal das Video, um das sich der Beitrag dreht:

Im wesentlichen fand ich an dem Video interessant, dass die virale Verbreitung zumindest nach meinem persönlichen/subjektiven Empfinden stark von Facebook und Twitter geprägt war.

Hier mal der Verlauf, den ich bisher verfolgt habe und der denke ich ganz gut erklärt, was wir unseren Kunden Tag für Tag erklären. Ich sag nur Stichwort „passive Viralität“:

Step 1: Mein erster Kontakt mit dem Video

Am Freitag den 2. Oktober hat Markus folgende Nachricht bei Twitter gepostet:

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Wobei ich den Tweet gar nicht bei Twitter gesehen habe, sondern in meinem Facebook Newsfeed darüber gestolpert bin. Denn sämtliche Tweets von Markus werden automatisch auch auf Facebook veröffentlicht. Sprich sämtliche Kontakte von Markus hatten die Möglichkeit über das Video zu stolpern – egal, ob auf Twitter oder Facebook.

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Das Ganze hat mir da schon so gut gefallen, dass ich, wie man der Grafik oben entnehmen kann, auf Facebook direkt mal einen Kommentar dazu abgelassen habe. Folge: Nun war auch mein Netzwerk „infiziert“. Denn mein Kommentar taucht im Newsfeed sämtlicher meiner Kontakte auf.

Step 2: Veröffentlichung auf unserer Facebook Page

Weil mir das Video nicht nur mir, sondern sämtlichen Leuten denen ich das am Wochenende gezeigt habe, so viel Freude bereitet hat habe ich das gute Stück am Montag auf unserer conceptbakery Facebook Page gepostet:

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Wie man sehen kann gab es darauf diverse Reaktionen.
1) Insgesamt 16 Leute haben den Button „gefällt mir“ angeklickt. Folge: Richtig… Daraufhin erschien ein Hinweis im Newsfeed sämtlicher Kontakte dieser Personen, dass Person X dieses Video gefällt.
2) Weitere 4 Leute haben einen Kommentar zu diesem Video hinterlassen. Folge: Wieder richtig… Da ist genau das Gleiche wie bei 1) passiert;)

Step 3: Weitere Nutzer veröffentlichen das Video direkt auf Ihrem Profil

Nehmen wir zum Beispiel Richard… Nachdem er auf unserer Facebook Page den Button „gefällt mir“ geklickt hat, hat er sich überlegt, dass ihm das Video sogar so gut gefällt, dass er es noch einmal selber auf seinem eigenen Profil veröffentlicht. Sprich alle seine Kontakte sind somit sogar zwei mal auf das Video hingewiesen worden.

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Auch hier haben wiederum 3 Personen aus Richards Netzwerk gesagt „gefällt mir“. Und all deren Kontakte konnten dies wiederum in ihrem Newsfeed sehen.

Aber auch Scott und Kalle haben das Video über ihr eigenes Profil veröffentlicht, weil sie entweder über eines der Postings weiter oben oder über einen anderen Hinweis auf das Video aufmerksam geworden sind. Und auch dabei wurden wieder verschiedene „Interaktionen“ in Form von „gefällt mir“ oder „Kommentar“ ausgelöst, die zu einer weiteren Verbreitung via den Kontaktnetzwerken von Scott und Kalle geführt haben.

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Lange Rede, kurzer Sinn… Mein Fazit…

Die virale Verbreitung von Inhalten wird heute oftmals von den „Interaktionen“ der Nutzern in Social Networks geprägt. Und ich denke, dass dieses Beispiel ganz gut veranschaulicht, wie so etwas von statten gehen kann. Das Elementarste dabei: Es ist nicht länger eine “Aktion” in Form von “ich nehme einen Link, packe ihn in eine eMail und versende diese dann an einen ausgewählten Kreis meiner Kontakte” erforderlich. Die Botschaft verbreitet sich vielmehr via “passiver Viralität” indem Nutzer mit einer Botschaft “interagieren”.

Und zu guter letzt…

Noch die am Anfang des Beitrags versprochene Auflösung, warum ich das Video nur bis zu einem gewissen Grad gut fand… Wer den Blog hier öfters liest kann sich wahrscheinlich schon denken, was nun kommt;) In dem Video wurde für was genau geworben? Die meisten Leute mit denen ich das zsuammen gesehen haben, dachten der Spot sei von einem schwedischen Möbelhersteller… Was soll ich jetzt als nächstes sonst noch so machen? Handlungsaufforderung? Usw.?

Wirklich rund hätte ich die Aktion gefunden, wenn am Ende der Link zu einer Microsite oder noch besser einer Facebook Fan Page eingebunden worden wäre. Dort hätte man weitere „Word of Mouth Specials“ rund um den Spot kreieren können. Zum Beispiel indem Nutzer Ihre verrücktesten Geschichte erzählen. Oder man hätte die Profile der 3 Hauptdarsteller hinterlegen können, damit man als User Kontakt aufnehmen kann (der Mann im Schrank, der Mann der ihn entdeckt und sein Frau). Oder, oder, oder…

Damit hätte die virale Verbreitung und auch Nachhaltigkeit der Aktion mit einem überschaubaren zusätzlichen Aufwand noch einmal erheblich gesteigert werden können. Und von dort aus hätte man dann auch eine elegante Brücke zu dem Unternehmen/Angebot schlagen können, das sich dahinter verbirgt. Übrigens stammt dies weder aus Schweden noch handelt es sich dabei um einen Möbelhersteller…;)

Aber ein bisschen was zu verbessern gibt es ja immer… Unter dem Strich war das Video auf jeden Fall schon mal echt ein guter Schmunzler… Daher auch an dieser Stelle noch einmal vielen Dank dafür!;)

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  1. 2 Responses to “Beispiel Virales Marketing in Social Networks”

  2. By Richard Maaßen on Okt 10, 2009 | Reply

    Hey Mami, ich bin im Fernsehen! :-)

  3. By Felix Holzapfel on Okt 22, 2009 | Reply

    Hier noch ein kleiner Nachtrag: Das Video ist heute "Internetvideo der Woche" auf sueddeutsche.de

    http://www.sueddeutsche.de/,tt6m1/kultur/441/4918…

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