Twitter im Bereich Recruiting

Januar 24th, 2010 | by Felix |

Wie ja schon des öfteren hier im Blog thematisiert… Twitter ist ein tolles Tool! Aber es ist auch keine Allzweckwaffe. Und dies gilt auch im Bereich Personal Recruiting. Denn auch hier ist nicht alles Gold was glänzt.

Wie ich da mal wieder drauf komme? Wegen des folgenden Artikels auf sueddeutsche.de (und weil wir uns gerade im Rahmen eines Projekts genau mit dem Thema auseinandersetzen;): „Stellensuche via Twitter Zwitscher mir einen Job

Darin wird das Beispiel der Deutschen Bahn beschrieben. Dort heisst es:

„Der Verantwortliche fürs Hochschulmarketing bei der Deutschen Bahn erfand zwei fiktive Charaktere – Inga Zugreif und ihren Kommilitonen Ingo Bahnmüller. Beide haben ein Facebook-Profil. Und beide twittern unter den Namen DBINGa und DBINGo regelmäßig über ihren Alltag bei der Bahn.“

Was der Artikel allerdings nicht so wirklich erwähnt ist Folgendes:
:: Anzahl Fans Facebook Page von DBINGa = 12 Fans
:: Anzahl Twitter Follower von DBINGa = 99 Followers
:: Anzahl Fans Facebook Page von DBINGo = 17 Fans
:: Anzahl Twitter Follower von DBINGo = 107 Followers (hier habe ich mir mal die Mühe gemacht nachzusehen seit wann der Account aktiv ist > Erster Tweet am 1. Sept. 2009)

Ich denke für einen Konzern wie die Deutsche Bahn (aber auch für jeden einigermaßen ambitionierten Mittelständler) sind diese Zahlen alles andere als befriedigend.

Generell denke ich, dass Twitter durchaus sinnvoll im Bereich Recruiting eingesetzt werden kann.

ABER…

… wahrscheinlich weniger zur Gewinnung von Auszubildenden oder jungen Mitarbeitern. Denn der Nachwuchs ist nun einmal nur sehr bedingt auf Twitter unterwegs (man erinnere sich an das Statement des Praktikant Matthew Robson bei Morgan Stanley…;). Denn junge Menschen sind in der Regel eher auf anderen Plattformen wie SchuelerVZ, Facebook & Co. aktiv.

… nur zur Gewinnung spezieller Mitarbeiter. Zum Beispiel im Bereich Web, IT, Social Media, Marketing, PR, etc. findet man natürlich sehr gute und auch zahlreiche Leute auf Twitter. Denn diese „treiben“ sich dort in einer sehr hohen Dichte rum. Hier gibt es auch Beispiele diverser Unternehmen, welche dies erkannt haben und dann auch schnell über eine Anzahl von Followern auf Twitter im vierstelligen Bereich verfügen. Wenn man jedoch Schlosser, Schreiner, Maschinenbauer, Ingenieure, Banker, usw. gewinne mag, sieht das oftmals schon wieder anders aus.

Die Moral von der Geschicht…
Also… Liebe sueddeutsche.de Redaktion… In Zukunft ein wenig genauer recherchieren und vielleicht ein etwas glücklicheres Händchen bei der Auswahl von Projekten zeigen mit denen man die „schöne neue Social Media Welt“ anpreist…;)
Und liebe Unternehmen… Nicht so viel in Kanälen denken (wir müssen auf Twitter), sondern einen Schritt zurücktreten… Erst mal überlegen, was man überhaupt möchte, eine dazu passende Idee entwickeln (und dann auch konsequent durchziehen >> denn die Idee von DBINGa und DBINGo ist ja eigentlich gut, nur in meinen Augen etwas halbherzig umgesetzt), und dann überlegen auf welchen Kanälen man die anvisierte Zielgruppe mit welchen Maßnahmen am besten erreicht… Ich weiss… Klingt einfach/trivial… Ist es aber in der Praxis oftmals dann leider doch nicht… Soweit mein Wort zum Sonntag;)

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