April 8th, 2008
Im März fand unsere jährliche Roadshow in den USA statt. Bei dieser Gelegenheit treffen wir uns mit Partnerunternehmen, suchen nach Trends, diskutieren diese mit anderen Branchenexperten, usw., und legen gemeinsam mit unserer amerikanischen Niederlassung unsere Strategie für das nächste Jahr fest.
Im Folgenden einige Trends aus Bereichen wie Social Communities, Social Media, Google, Web Videos, Webdesign und unkonventionelles Marketing, die wir diesmal dabei beobachten konnten:
1. Social Communities
„Community-Klassiker“ wie MySpace, Facebook oder LinkedIn sind in den USA bereits fest im Alltag integriert. Vom 12 Jahre alten Schulmädchen mit einem Profil auf MySpace, über den Studenten auf Facebook bis hin zum Geschäftsmann auf LinkedIn ist nahezu jeder in diversen Communities vertreten. Und wir sprechen hier nicht von „Computer-Nerds“, sondern dem „Otto-Normalverbraucher“.
Mit StudiVZ oder XING gibt es zwar auch in Deutschland teilweise vergleichbare Communities. Hauptunterschied in den USA ist allerdings, dass die Communities dort oftmals wesentlich vitaler und nicht nur bei Teenagern fester Bestandteil des Alltags sind.
Hinzu kommen einerseits insbesondere bei jüngeren Zielgruppen auf spezielle Themen ausgerichtete Plattformen, die bereits eine beträchtliche Reichweite erzielen. Beispiel: Stardolls.com. Hier können die Nutzer Puppen (Dolls) ihrer Stars einkleiden, ein Apartment einrichten und shoppen gehen. Wobei die virtuellen Gegenstände mit dem realen Taschengeld bezahlt werden. Außerdem interessant: Der Sänger von Tokio Hotel Bill Kaulitz ist ebenfalls bereits mit einer eigenen Puppe auf Stardolls vertreten und sein Poster schmückt inzwischen die Wände zahlreicher Zimmer amerikanischer Teenager.
Ein weiterer Trend: Der Social Community Fertigbaukasten. Mit Hilfe von Anbietern wie zum Beispiel ning.com kann jedermann innerhalb weniger Minuten seine eigene Social Commuity eröffnen und entsprechend seiner Anforderungen einrichten (Design, Funktionen, usw. können mit wenigen Mausklicks angepasst werden). Sei es zu privaten oder geschäftlichen Zwecken. So sind alleine bei diesem Anbieter innerhalb relativ kurzer Zeit mehr als 150.000 neue Social Networks entstanden.
2. Social Media
Hand in Hand mit den Social Communties gewinnt natürlich auch das Thema Social Media an Bedeutung. Schließlich geht es nicht nur darum hohe Reichweiten mit Hilfe einer Community zu erzielen, sondern daraus auch Gewinn zu erwirtschaften. Wobei man sagen muss, dass obwohl die USA auch in diesem Bereich sicherlich immer noch Trendsetter sind auch dort der Stein der Weisen noch nicht gefunden ist. Es zeichnet sich allerdings der Trend ab, dass Business Networks wie LinkedIn wesentlich höhere CPCs erzielen als breitgefächerte Communities wie z.B. MySpace oder Facebook. Außerdem scheinen Social Communities Werbung zu erfordern, welche den Nutzer nicht belästigen, sondern stärker integrieren, so dass er vom passiven (oftmals gelangweilten) Betrachter zum aktiven Mitgestalter einer Kampagne „mutiert“. Zu guter letzt hat das Thema Targeting in diesem Bereich natürlich einen besonders hohen Stellenwert, so dass die Werbung auch tatsächlich auf die Vorlieben, Interessen und das Nutzerverhalten des einzelnen Community-Mitglieds zugeschnitten ist, um die Effizient der Kampagne zu optimieren bzw. Streuverluste weiter zu minimieren. Weg von hohen quantitativen Reichweiten - hin zu zwar niedrigeren, aber dafür qualitativ hochwertigeren Reichweiten.
Unabhängig von den Werbeeinnahmen scheinen außerdem insbesondere solche Communities profitabel zu arbeiten, welche die Möglichkeit haben kostenpflichtige Premium-Leistungen anzubieten.
3. Google goes Video
Auch der Branchenprimus Google widmet sich verstärkt dem Thema Video-Anzeigen. Anstelle von Textanzeigen können bereits seit geraumer Zeit auch Video-Anzeigen im Rahmen von Google-Adwords geschaltet werden. Bisher war dies jedoch „nur“ innerhalb des Content-Netzwerks von Google möglich. In den USA geht das Unternehmen nun einen entscheidenden Schritt weiter. Im Rahmen eines Pilotprojekts können seit Anfang des Jahres auch Video-Anzeigen neben den Suchergebnissen von Google geschaltet werden. Das fällt auf! Denn obwohl sie zwar bisher dezent platziert werden springen einem die Viedo-Anzeigen im Vergleich zu den „klassischen Textanzeigen“ natürlich regelrecht ins Auge. Es ist zwar bereits seit längerem bekannt, dass z.B. Werbung in Form von Videos wesentlich bessere Clickraten erzielt als „klassische Bannerwerbung“. Doch mit dem Vermarktungsansatz von Google haben „planbare“ Online Medien im Bereich Web Videos nun noch einmal einen erheblichen Schub erhalten. Es bleibt also weiterhin spannend auf der „Web Video Spielwiese“ - sowohl viral als nun eben zusätzlich auch verstärkt über planbare Online Medien.
4. Webdesign 2.0
Auch im Bereich Webdesign gab es einige interessante Beobachtungen.
#1: Es werden verstärkt Bewegtbilder in Form von Web Videos in Websites integriert - und das nicht nur auf Videoportalen, sondern auch in Social Communities sowie in die Internetauftritte von Unternehmen. Und das nicht nur bei Konzernen, sondern verstärkt auch bei KMU.
#2: Die Oberflächen von Websites werden mit Hilfe von JavaScript, Ajax & Co. wesentlich benutzerfreundlicher - weg von einer starren Präsentation hin zu einem Desktop-Feeling bei dem der Nutzer die Seite entsprechend seiner Vorstellung gestalten kann (Ein- und Ausblenden von Inhalten oder Boxen, Verschieben von Designelementen, usw.).
5. Guerilla und Viral Marketing als „Alltags-Waffe“
Auch in Deutschland haben alternative Werbeformen wie Guerilla oder Viral Marketing in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Wobei hierzulande die spezialisierten Agenturen immer noch nahezu an einer Hand abgezählt werden können, die über entsprechende jahrelange Erfahrung verfügen, welche gewöhnlich die Grundlage erfolgreicher Kampagnen bildet, und bereits zahlreiche unkonventionelle Kampagnen auch für große Unternehmen durchgeführt haben.
In den USA gibt es hunderte vergleichbare Anbieter. Es ist jedes Jahr wieder erstaunlich zu sehen, dass alternative Werbeformen dort bereits fester Bestandteil vieler Marketingstrategien sind und es Guerilla oder Viral Kampagnen nahezu wie Sand am Meer gibt. Sowohl bei kleinen und mittelständischen Unternehmen als auch bei Global Playern. Hier geht es schon lange nicht mehr um die Frage, „ob“ man sich dieser Werkzeuge bedient, sondern „welche unkonventionellen Bausteine man in die nächste Kampagne integriert“.
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